Geschichte

Theater hat in Erolzheim eine lange Tradition. Bis 1801 wurden hier Passionsspiele aufgeführt, und bis in die 50-er Jahre spielte die Musikgesellschaft, die Vorgängerin des heutigen Musikvereins, jahrzehntelang regelmäßig und erfolgreich Laientheater.

Dann war leider 40 Jahre Pause. Erst die 950-Jahrfeier brachte 1990 den Anlaß, sich dieser Tradition zu erinnern und wieder Theater zu spielen. Prof.Konstantin Maier und Gemeinderat Erwin Schneider dachten an die erfolgreichen Aufführungen des Historienspiels "Die Ritter von Erolzheim und Eisenburg" im Jahre 1950 durch die Musikgesellschaft und übertrugen Dr.Roland Specker die Aufgabe, das Stück zu überarbeiten und neu zu inszenieren.

Es wurde ein großer Erfolg, und alle Beteiligten waren sich einig, dass in Erolzheim wieder regelmäßig Theater gespielt werden sollte, was schließlich zur Gründung der Theatergruppe Erolzheim führte. Auch Bürgermeister und Gemeinderat bestärkten uns in unserem Vorhaben und stellten ein Startkapital zur Verfügung. So beschlossen wir, in eigener Verantwortung - alternativ zum hier üblichen Bauerntheater - anspruchsvolle Stücke aus der Theaterliteratur in etwas vereinfachter Dialektform aufzuführen.

Als erstes wählten wir 1992 den "Zerbrochenen Krug" von Kleist, weil wir meinten, diese geniale Komödie biete die besten Voraussetzungen, unsere Vorstellungen zu verwirklichen und unsere Gruppe bestmöglich zu präsentieren. Wir hatten zudem das Glück, alle Charakterrollen dieses Stückes in für unsere Verhältnisse optimaler Weise besetzen zu können. Besonders beeindruckend war die überzeugende Darstellung des Dorfrichters Adam durch Richard Reichert, des Schreibers Licht durch Edi Föhr und des Gerichtsrates Walter durch Reinhold Grieser. Dazu kamen noch engagierte Mitarbeiter hinter der Bühne, die mit gelungenen Kostümen, passendem Bühnenbild und gut funktionierender Technik für unterhaltsame Vorstellungen sorgten. Durch die örtlichen Gegebenheiten der Erolzheimer Turnhalle waren wir aber gezwungen, zu jeder Aufführung umgangreiche Bühnenaufbauten zu errichten, was zwangsläufig zu einer erheblichen Behinderung des gewohnten Hallenbetriebs führte. Wir haben deshalb nach Ausweichmöglichkeiten gesucht, und sind für die Spielzeiten 1994 und 1996 in die Festhalle nach Dettingen umgezogen.

1994 folgte als nächstes Stück die schwäbische Version von Shakespears "Der Widerspenstigen Zähmung", dem uralten Thema des Kampfes der Geschlechter, im Zeitalter der Emanzipation aktueller denn je. So wollten auch wir mit unserem Stück einen kleinen Beitrag leisten zur Diskussion um die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Wir wollten aber weder dem ewigen Macho, noch der fanatischen Emanze zum Triumph verhelfen, sondern mit einem ironischen Schmunzeln jedem die Rollenverteilung selbst überlassen. In den Hauptrollen glänzten Erna Harder und Richard Reichert, die mit ihrem großen komödiantischen Talent die "Zähmung" herrlich burschikos darstellten.

1996 folgte das satirisch-ironische Märchenspiel "Der erfrorene Teufel", frei nach dem Lustspiel "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" von Christian Dietrich Grabbe, wieder in schwäbischer Mundart. Wir haben aus Grabbes Gesellschaftssatire ein unterhaltsames Potpourri von Slapstick-Szenen, ironischen Bemerkungen und surrealen Gags gemacht, dabei die Handlung und die Pointen aktualisiert, musikalisch umrahmt und aus naheliegenden gründen mit Zitaten aus Goethes Faust aufgefrischt. Neben dem schon gewohnt guten Spiel von Edi Föhr und Richard Reichert beeindruckte vor allem Reinhold Grieser als naiv-dümmlicher Dichter Cumarin. Bei diesen Aufführungen sind wir mit dem raschen Szenenwechsel, technischen Tricks und anspruchsvollem Bühnenbild bis an die Grenzen der Belastbarkeit unseres technischen Stabes gegangen, was oft zu großer Hektik hinter der Bühne geführt hat.

Für 1998 hatten wir uns einen weiteren Lustspielklassiker vorgenommen: Molières Komödie "Der eingebildete Kranke". Die Sorge des Menschen um seine Gesundheit und sein Verhältnis zu Medizin und Ärzten sind so alt wie unsere Kultur und deshalb immer wieder ein Thema in Literatur und Theater. Wir bemühten uns bei diesem Stück wieder um ein stimmungsvolles Bühnenbild im Barockstil mit entsprechenden Kostümen, die den Laienspielern helfen sollten, sich mit dem Stoff zu identifizieren. Eine herausragende Leistung brachte wieder Edi Föhr als eingebildeter Kranker, dem die Rolle wie auf den Leib geschneidert zu sein schien. Äußerst glaubwürdig spielte er mit einer nuancenreichen Mimik und Gestik den cholerischen Hypochonder, der sich mit seinem Hausmädchen (Erna Harder) ein hinreißendes Duell lieferte. Aber auch die anderen Akteure sorgten mit ihrer Begeisterung für einen großen Erfolg der Aufführungen.

"Resi, Rosi, Ratzagift" heißt die bayrische Version der bekannten Kesselring- Kriminalkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen", die wir uns für die Spielzeit 2000 ausgesucht hatten. Weltberühmt ist diese Komödie um die zwei mordlustigen Schwestern durch den Film mit Gary Grant und Peter Lorre geworden. Unsere schwäbische Version spielte wieder in der Region mit zahlreichen Anspielungen auf lokale Besonderheiten. Ein gut aufgelegtes Quartett von Stammspielern setzte die skurrilen Einfälle sehr gut um, Erna Harder und Jutta Damaschke als hintergründig lächelnde ältere Damen, Richard Reichert als paranoider Napoleon und vor allem Reinhold Grieser, der in seiner Darstellung des entsetzten Theaterkritikers über sich hinauswuchs.

Wegen Umbauarbeiten im Kloster Bonlanden mußten wir uns für 2002 wieder einmal nach einem neuen Spielplatz umsehen. Mit der Festhalle in Berkheim hatten wir wieder eine komplette Bühne zur Verfügung, mußten aber von unserem gewohnten Termin um Ostern abrücken und unsere Aufführungen in die Weihnachtszeit verlegen. Carlo Goldonis Komödie "Der Diener zweier Herren" stand auf unserem Programm, ein weiterer Lustspielklassiker der Weltliteratur, wieder auf Schwäbisch natürlich. Obwohl Goldoni das italienische Theater im Stile Molières reformieren wollte, hat er mit diesem Stück ein herrliches Commedia dell'arte Spiel geschrieben, aber schon mit deutlicher Ausformung der Rollen in Richtung Charakterfach. Die Rolle des Gelegenheits-arbeiters Zanni war eine Paraderolle für Richard Reichert, das Rededuell des 'Pantalone' Edi Föhr mit dem 'Dottore' Reinhold Grieser ein weiterer Höhepunkt dieser Aufführung.

Im Jahre 2003 haben wir unsere Theatergruppe konsolidiert, ihr mit der Vereinsgründung eine neue Rechtsform gegeben. Aus personellen Gründen konnten wir unser nächstes Stück erst 2005 in Angriff nehmen, diesmal eine Bearbeitung von Ludwig Thomas "Lokalbahn". Ganz Deutschland lag 1850-1860 im Eisenbahnfieber. In Süddeutschland wurden die Linie München-Ulm und die Südbahn von Ulm über Biberach an den Bodensee gebaut. Als dann auch eine Allgäubahn von Ulm nach Kempten geplant wurde, kam es zu heftigen Kämpfen um die Trassenführung zwischen Württemberg und Bayern. Mit Thomas Komödie von der Lokalbahn als Vorlage wollten wir zeigen, wie die Bürger von Erolzheim um eine Verlegung der Trasse auf die westliche Illertalseite kämpfen. Die lokalpolitische Streiterei zwischen Bürgermeister, Gemeinderat, Presse und Beamtentum demonstriert Zivilcourage und Duckmäusertum, Obrigkeitshörigkeit und Opportunismus. Richard Reichert als Dorfschultes muß sich auf seinen kommunalpolitischen Instinkt verlassen und durchlebt ein Wechselbad der Gefühle; gefeiert und geschmäht, von "Hossianna" zu "Kreuziget ihn!". Obwohl seine Intervention beim Minister erfolglos bleibt, hat er am Ende Gemeinderat und Bevölkerung auf seiner Seite.

Um wieder in den gewohnten Zweijahresrhythmus zu kommen, haben wir uns darauf geeinigt, im Jahr darauf unseren ersten Klassiker, den "Zerbrochenen Krug", nochmals aufzuführen. Wir spielten im April 2006 fünf Vorstellungen, wieder in der Turnhalle des Klosters Bonlanden. Gegenüber der Erstaufführung im Jahre 1992 wurden 4 Rollen neu besetzt: Erna Harder spielte die Frau Marthe Rull, ihre Tochter Theresa die Eva Rull, also eine echte Mutter-Tochter-Beziehung. Hans-Peter Harder war der Schreiber Licht, und Jutta Damaschke glänzte als Frau Brigitte. Am Schluß der letzten Aufführung konnte Theaterleiter Roland Specker neun verdienten Vereinsmitgliedern für ihre langjährige Mitarbeit danken. Die bronzene Ehrennadel mit Urkunde des Landesverbandes Amateurtheater für 10-jährige Mitwirkung erhielten: Brigitte und Helmut Frimmel, Erna Harder, Gisela Schmid, Franz Bürk, Reinhold Grieser, Manfred Lorenz, Richard Reichert und Lothar Scheffold. Auch Theaterleiter Dr. Roland Specker wurde im Jahre 2006 geehrt. Am 23.November verlieh ihm Landrat Dr.Schmid das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste um das Gemeinwohl, besonders um den Theaterverein.

Das Erolzheimer Heimatfest wurde vom Jahr 2000 an um eine Donnerstag-Veranstaltung erweitert, die von der Gemeinde ausgerichtet wird. In den Jahren 2000 bis 2004 wurden Historienspiele, basierend auf wahren Begebenheiten aus der Dorfgeschichte, veranstaltet, von Prof. Dr. Konstantin Maier verfaßt und von Werner Altvater organisiert. Dabei waren die wesentlichen Rollen von Akteuren der Theatergruppe besetzt. In den Jahren 2005 und 2006 übergab die Gemeinde eine Umschrift der Bär'schen Dorfchronik der Öffentlichkeit - in zwei Feierstunden ebenfalls am Heimatfest-Donnerstag. Da an diesem Tag vor dem Heimatfest im Jahre 2007 von der Gemeinde nichts geplant war, übernahmen wir von der Theatergruppe diesen Termin und führten eine Kurzfassung von Schultheiß Bärs Theaterstück "Schuld und Sühne" auf. Xaver Bär entwickelte im ersten Teil seines Dramas, das im Mittelalter während eines Kreuzzuges spielt, dramaturgisch sehr geschickt eine spannende Handlung, die dann im großen Finale aufgelöst wird: Die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft. Da das Stück in der Originalfassung eigentlich nicht spielbar ist, haben wir es in den Dialogen drastisch gekürzt, bearbeitet und in moderne Umgangssprache umgeschrieben.Trotzdem haben wir versucht, bei der Handlung möglichst nahe am Original zu bleiben. Den zweiten Teil, technisch und personell sehr aufwendig, haben wir weggelassen. Der Inhalt wird, ebenso wie die Vorgeschichte, von einem Erzähler geschildert.

Für 2008 hatte sich die Theatergruppe ein Stück eines zeitgenössischen modernen Autors ausgesucht. Die Anregung kam von der Theatergruppe Eberhardzell. Der Schweizer Markus Köbeli schrieb 1989 das Bergbauerndrama "Holzers Peepshow". Neben seiner Arbeit als Redakteur beim Schweizer Fernsehen schrieb Köbeli Texte für Satire-Sendungen, Hörspiele und auch Kurzgeschichten. Nach der Komödie "Zimmer frei" hatte Köbeli mit "Holzers Peepshow" auf Anhieb großen Erfolg. Es ist die Geschichte einer ärmlichen Bergbauernfamilie, die ihr spärliches Einkommen aus Landwirtschaft und Skiliftbetrieb verbessern und ihrem trostlosen Dasein wieder mehr Sinn geben wollen. Deshalb beschließen sie, gegen Entgelt vorbeiziehenden Touristen einen Blick in ihre gute Stube zu gewähren, einem Stück "heile Welt", wie sie glauben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft das Geschäft ganz gut, die Familie Holzer zerbricht jedoch daran Stück für Stück. Köbeli gab zum Erfolg seiner Stücke folgenden Kommentar: Lachen verleitet bekanntlich dazu, etwas nicht ganz ernst zu nehmen. Das ist die Tragödie der Komödie. Lachen Sie deshalb ruhig bei meinen Komödien, aber tun Sie es mit dem nötigen Ernst.

Am 8. Februar 2008 erreichte die Theatergruppe die traurige Nachricht, daß ihr Ehrenmitglied Karl Günther Douglas verstorben ist. Viele Mitglieder begleiteten den Verstorbenen an sein Grab und legten für die Theatergruppe einen Kranz nieder. Der Nachruf in der Zeitung hatte folgenden Wortlaut: Die Theatergruppe Erolzheim trauert um ihr Ehrenmitglied Karl Günther Douglas, der am 8. Februar 2009 nach schwerer Krankheit gestorben ist. Seit der Gründung unserer Theatergruppe anlässlich der 950-Jahrfeier der Gemeinde Erolzheim wirkte der Verstorbene unermüdlich und voller Ideen in unserer Gruppe. Die Sanierung des Theaterstadels wäre ohne seinen tatkräftigen Einsatz nicht denkbar gewesen. Wir werden seine humorvolle Art, mit allen Problemen fertig zu werden, sehr vermissen. Unser tiefempfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Bürgermeister Günther Matheis informierte die Theatergruppe im Laufe des Jahres 2009, daß die Gemeinde die Planung für die Sanierung der alten Festhalle wieder aufgenommen habe, wobei auch eine große Theaterbühne mit allen technischen Einrichtungen eingebaut werden soll. Auch bestehe Aussicht auf Zuschüsse aus dem laufenden Konjunkturprogramm. Die Vorfreude auf die in Aussicht gestellte heimische Bühne beflügelte die Theatergruppe, ein besonderes Projekt in Angriff zu nehmen, mit dem man gut auf Tournee gehen kann. Die Wahl fiel auf die bekannteste schwäbische Volkssage, "Die sieben Schwaben" in der Version des berühmten Prämonstratenser-Chorherren Sebastian Sailer, angeregt durch Gespräche mit Marlies Grötzinger und Prof. Konstantin Maier. Sailer schaute dem Volk aufs Maul und übernahm dessen derbe und unverblümte Ausdrucksweise. Da in dem Stück viel gesungen wird, es aber keine überlieferten Noten gibt, wurde der Musiklehrer Walter Gropper gebeten, Sailers Verse zu vertonen. Die Handlung ist so einfach wie unterhaltsam: Der trinkfreudige Schultheiß beklagt sich am Wirtshaustisch, daß ihm sein Amt nichts als Verdruß bringe, da stolpert sein Bannwart herein und berichtet, daß er ein fürchterliches Tier gesehen habe, das die Idylle bedrohe. Großspurig zieht der Schultes sofort in den Krieg, um das "Ungeheuer" zu vertreiben, macht aber bei der ersten Konfrontation einen Rückzieher und überläßt dem Bannwart das Kommando. Der schleppt die sieben, genauer gesagt acht, Schwaben aus allen Teilen des Landes heran, um aus ihnen Soldaten zu machen. Und so zieht die fürchterliche Truppe samt leichter Kavallerie gegen den Hasen, nicht ohne vorher öffentlich gebeichtet zu haben. Nach der überraschenden Hasenflucht findet sich auch der Schultes wieder ein, und gemeinsam ziehen alle mit Dankesliedern auf den Lippen in einer finalen Siegesprozession hinter der Sieben-Schwaben-Fahne zur nächsten Kneipe. Schon im Mai wurde mit den Proben begonnen. Premiere war dann am 30.Juli beim Erolzheimer Heimatfest im Bierzelt auf der Festwiese beim Schloß vor 500 begeisterten Zuschauern. Dann ging's auf große Reise. Erste Station war das Freilichtmuseum in Kürnbach, wo am 11.September auf grüner Wiese gespielt wurde, leider bei empfindlich tiefen Temperaturen. Ein Highlight war dann am 26. September der Auftritt an Sailers Wirkungsstätte, dem Kloster in Obermarchtal. Vor der einmaligen Kulisse des Spiegelsaales gaben die Akteure ihr Bestes. Kontrastkulisse bot dann der Turnsaal in Mettenberg bei Biberach, wo wir am 10.Oktober im Rahmen einer Sichelhenke beim dortigen Musikverein gastierten. Nächste Station war die Donauhalle in Neufra bei Riedlingen, wo wir zusammen mit den Mundartdichtern Hugo Breitschmid und Bernhard Bitterwolf eine "Schwäbische Hohstube" zelebrierten. Die letzten Aufführungen der Sieben Schwaben fanden dann im Historischen Theater in Sailers Geburtsort Weißenhorn am 26. und 27.Juni 2010, und am 3.Juli in der wunderschönen Glashütte in Schmidsfelden bei Leutkirch statt. Leider wurde der Besuch der drei letzten Aufführungen durch die gleichzeitig stattfindenden Fußballspiele der deutschen Mannschaft in der Endrunde der WM in Südafrika beeinträchtigt, was wir bei der Planung natürlich noch nicht absehen konnten Erholsamer Ausklang der großen Theatertournee war dann ein dreitägiger Ausflug zum Weingut Hein nach Wachenheim bei Worms, wo wir uns das gute Pfälzer Essen und vor allem den Pfälzer Wein schmecken ließen.

Im November 2010 haben Aktive aus der Theatergruppe das Untergeschoss des Theaterstadels ausgeräumt, einen neuen Steinplattenboden verlegt und den Putz der Wände erneuert. Dann wurden die Wände des Untergeschosses außen und innen frisch gestrichen. Die Fachwerkbalken und die Holzböden erhielten eine Holzbock-Behandlung mit Mikrowelle. Die Theatergruppe ist Bürgermeister Matheis und seinem Nachfolger Ackermann, sowie dem Gemeinderat sehr dankbar, daß wir bei der Bühnenplanung und Einrichtung der Nebenräume in der neuen Mehrzweckhalle in Erolzheim mit einbezogen wurden. Im Januar 2011 war Einweihung, und wir konnten am 16.Jan. beim Tag der offenen Tür den Einwohnern die Bühne mit ihrer technischen Einrichtung und die Künstlergarderobe beim Kinderschminken vorstellen. Wir hatten uns als Premierenstück Agatha Christies Erfolgskrimi "Die Mausefalle" ausgesucht und begannen im Januar mit den Proben. Leider war die neue Bühne bis Mitte April belegt, sodaß wir erst 10 Tage vor der Premiere die Kulissen aufbauen und die erste Probe auf der Theaterbühne durchführen konnten. Ostermontag war dann Premiere, es folgten noch 3 weitere gut besuchte Aufführungen. Zur Derniere war auch Rolf Wenhardt, Präsident des Landesverbandes Amateurtheater BW, gekommen, um Spielleiter Roland Specker mit der Ehrenmedaille des Landesverbandes auszuzeichnen.

Die nächsten Monate wurden personelle Veränderungen und das nächste Programm diskutiert. Wir einigten uns auf eine Verjüngung des Vorstandes im Lauf der Jahre 2012 und 2013 und eine Erweiterung des Spielplanes für die kommenden Jahre. Um ein neues Genre auszuprobieren, beschlossen wir ein Kindermusical zu inszenieren und kamen dabei auf das bekannte Stück "Ronja-Räubertochter" von Astrid Lindgren . Auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur, der mit Kindern gut umgehen kann, kamen wir auf die Leiterin der Kirchberger Grundschule Tanja Jovanovic, von der wir wußten, daß sie schon mehrere ähnliche Projekte in Kirchberg sehr erfolgreich aufgeführt hat. Tanja sagte uns zu und begann auch gleich mit der Abfassung eines Textbuches und geigneter Lieder. Im Herbst 2012 organisierten wir das erste Kinder-Casting und waren überrascht von dem Erfolg. Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache, mit den ersten Proben konnte begonnen werden. Da traf die Theatergruppe die Nachricht, daß beim Vorstandsmitglied Friedlinde Specker Lungenkrebs und ein Hirntumor festgestellt wurde, wie ein Schock. Trotz intensiver Behandlung ist Friedlinde am 7. Januar 2013 verstorben. Der plötzliche Tod der guten Seele der Theatergruppe war für das Team ein schwerer Schlag. Aber im Sinne des Vermächtnisses der Verstorbenen haben wir die begonnenen Vorbereitungen wieder aufgenommen. Am Ostermontag war Premiere, und nach 2 weiteren ausverkauften Vorstellungen konnten wir ein überaus positives Fazit ziehen. Dann fand am 28. April 2013 die längst fällige Mitgliederversammlung statt, bei der die neue Vereinsspitze ins Amt gewählt wurde. Roland Specker wurde in den verdienten Ruhestand verabschiedet, als Nachfolgerin wurde Ulrike Pöpperl gewählt. Yvonne Götzeler trat die Nachfolge von Jutta Damaschke als Schriftführerin an. Für Friedlinde Specker wurde keine Nachfolge gewählt, dafür schied Reinhold Grieser als Vertreter der Spieler aus, um die Parität von Beisitzern der Techniker und der Spieler beizubehalten.